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Woraus besteht der Antriebsstrang eines Elektrofahrzeugs?

Überblick über Elektrofahrzeuge und EV-Antriebsstränge

Ein Elektrofahrzeug (EV) ist ein Transportfahrzeug, das mit elektrischer Energie betrieben wird. Die Energiequelle ist üblicherweise ein Akku (BEV, reines Elektrofahrzeug) oder eine Wasserstoff-Brennstoffzelle (FCEV, Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug). Im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verursachen Elektrofahrzeuge im Betrieb keine Abgasemissionen und gelten daher als wichtiger Beitrag zu umweltfreundlicher Mobilität.

Der Antriebsstrang eines Elektrofahrzeugs ist das System, das elektrische Energie in mechanische Bewegungsenergie umwandelt und so das Fahrzeug antreibt. Er bestimmt nicht nur die Leistung und Energieeffizienz des Fahrzeugs, sondern beeinflusst auch maßgeblich dessen Ansprechverhalten, Laufruhe und Wartungskosten. Ein typischer Antriebsstrang eines Elektrofahrzeugs besteht aus einem elektrischen Energiespeichersystem (Batterie oder Brennstoffzelle), einem Leistungselektronikmodul (Wandler/Wandler und Steuerungssystem), ein Elektromotorsystem (Antriebsmotor) und ein mechanisches Übertragungssystem (z. B. Ein-Gang-Getriebe). Darüber hinaus umfasst der Antriebsstrang (Getriebe) des Elektrofahrzeugs mechanische Strukturen wie Achsen und Differentiale.

Mit der Reife der EV-Technologie und der politischen Förderung werden reine Elektrofahrzeuge (BEVs) allmählich zum Mainstream. Im Jahr 2023 machen BEVs 70 % des weltweiten Elektrofahrzeugbesitzes und im Jahr 98 bis zu 2022 % des Absatzes von elektrischen leichten Nutzfahrzeugen aus. Dies ist hauptsächlich auf ihre Vorteile zurückzuführen: einfache Struktur, niedrige Wartungskosten und geringe Betriebsgeräusche. Schlüsselkomponenten eines Elektrofahrzeugs Hauptkomponenten von Elektrofahrzeug-Antriebssträngen

 

Hauptkomponenten des EV-Antriebsstrangs

Der Antriebsstrang eines Elektrofahrzeugs kann in vier Kernsysteme unterteilt werden:

  • Stromerzeugungssystem: Beinhaltet den Akku, das Bordladegerät und das Batteriemanagementsystem (BMS). Es dient als Quelle elektrischer Energie.
  • Stromverteilungssystem: Steuert und regelt den Stromfluss zu verschiedenen Komponenten. Es umfasst hauptsächlich Wechselrichter, DC-DC-Wandler, Fahrzeugsteuergeräte (VCU) und Stromverteilungseinheiten (PDU).
  • Elektromechanisches Umwandlungssystem: Bezieht sich auf den Elektromotor und sein Steuerungssystem, das elektrische Energie in mechanische Energie umwandelt.
  • Getriebesystem: Überträgt das Drehmoment vom Motor über Getriebe und Differentiale auf die Räder, um das Fahrzeug anzutreiben.

Diese vier Systeme arbeiten eng zusammen, um einen geschlossenen Kreislauf zu gewährleisten – von der Stromversorgung über die Steuerung bis hin zum Antrieb. In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Systeme detailliert beschrieben.

EV-Stromversorgungssystem: Batterie, Ladegerät und Energiemanagement

Das EV-Stromversorgungssystem besteht hauptsächlich aus den folgenden Komponenten:

Batteriepack

Lithium-Ionen-Batterien sind derzeit die gängige Wahl, da sie eine hohe Energiedichte und gute Lade-/Entladeleistung bieten. Ein Batteriepaket besteht aus mehreren Einzelzellen mit einer Spannung von üblicherweise 300–800 V und stellt die Hauptenergiequelle für den Fahrzeugantrieb dar.

Batteriemanagementsystem (BMS)

Das BMS überwacht Spannung, Strom und Temperatur jeder Zelle in Echtzeit und verhindert so Überladung, Überentladung oder Überhitzung. Dadurch wird ein sicherer Batteriebetrieb gewährleistet und gleichzeitig die Lebensdauer verlängert.

Onboard-Ladegerät (OBC)

Das integrierte Ladegerät wandelt externen Wechselstrom in Gleichstrom zum Laden der Batterie um. Es kommuniziert über spezifische Protokolle mit der Ladestation, um die Ladeleistung zu regulieren und den Ladevorgang zu steuern. Einige moderne Ladegeräte verfügen zudem über Cybersicherheitsfunktionen, um Angriffe aus der Ferne zu verhindern.

Stromverteilungssystem für Elektrofahrzeuge: Elektrische Steuerung und Energiemanagement

Das Stromverteilungssystem für Elektrofahrzeuge nutzt verschiedene leistungselektronische Komponenten, um eine effiziente und sichere Energieübertragung und -steuerung zu erreichen:

Wechselrichter (DC-AC-Wechselrichter)

Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom aus der Batterie in Wechselstrom um, der vom Motor benötigt wird. Moderne Wechselrichter verwenden häufig IGBT- oder SiC-MOSFET-Bauelemente, deren Hochgeschwindigkeitsschaltfähigkeiten eine präzise Steuerung von Motordrehzahl und Ausgangsdrehmoment ermöglichen. Er ist eine Kernkomponente der Leistungssteuerung von Elektrofahrzeugen.

DC / DC-Wandler

Wird verwendet, um Hochspannungsgleichstrom auf 12 V oder 48 V Niederspannungsgleichstrom für die Verwendung in Bordelektronik wie Klimaanlage, Beleuchtung und Multimediasystemen herunterzutransformieren. In einigen Fahrzeugen sind DC/DC-Wandler, Ladegerät und Anschlusskasten in einem einzigen Leistungsmodul integriert.

Fahrzeugsteuergerät (VCU)

Die VCU fungiert als zentrales Nervensystem des Fahrzeugs. Sie sammelt und verarbeitet Daten von Sensoren verschiedener Subsysteme und koordiniert den Betrieb von Wechselrichter, Batterie, Ladegerät und Motor, um optimale Leistung unter allen Fahrbedingungen zu gewährleisten.

Stromverteilungseinheit (PDU)

Die PDU verteilt den Strom an verschiedene Funktionsmodule. Sie verfügt über integrierte Sicherungen, Relais, Netzschalter und Halbleiterschutzvorrichtungen, um Überstrom zu verhindern und eine schnelle Stromabschaltung oder Neukonfiguration des Schaltkreises zu ermöglichen.

Durch diese leistungsstarken elektrischen Steuerungs- und Stromverteilungsmodule erreichen Elektrofahrzeuge eine präzise und intelligente Energiesteuerung, wodurch die Systemzuverlässigkeit und -sicherheit deutlich verbessert wird.

Elektromechanisches Umwandlungssystem: Antriebsmotor und Motorsteuerung

Das elektromechanische Umwandlungssystem ist eines der Kernmodule des Antriebsstrangs eines Elektrofahrzeugs. Es umfasst in erster Linie den Elektromotor und dessen Steuerung, die für die effiziente Umwandlung elektrischer Energie in mechanische Energie zum Antrieb des Fahrzeugs verantwortlich ist.

Elektromotor

Zu den gängigen Antriebsmotortypen gehören:

  • Permanentmagnet-Synchronmotor (PMSM): Bietet hohe Effizienz und hohe Leistungsdichte; jetzt die gängige Wahl.
  • Induktionsmotor (IM): Einfache Struktur und niedrige Kosten; wurde in frühen Tesla Model S-Modellen verwendet.
  • Geschalteter Reluktanzmotor (SRM): Beständig gegen hohe Temperaturen, keine Permanentmagnetmaterialien, geeignet für Anwendungen mit hoher Belastung.

Die Motorauswahl basiert typischerweise auf den Leistungsanforderungen des Fahrzeugs (z. B. maximales Drehmoment, Beschleunigungszeit, Höchstgeschwindigkeit) und Nutzungsszenarien (z. B. Stadtverkehr, Fernverkehr).

Motorsteuerung (MCU)

Das Motorsteuerung ist das Gehirn des Antriebssystems. Basierend auf den Befehlen der VCU steuert es präzise Motordrehzahl und Drehmoment. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Feldorientierte Regelung (FOC): Erzielt eine hohe Dynamik und Stabilität.
  • Geschwindigkeitserkennung und Rückkopplungssteuerung: Stellt sicher, dass der tatsächliche Motorbetrieb den Zielwerten entspricht.
  • Regeneratives Bremsen: Gewinnt beim Abbremsen kinetische Energie zurück in die Batterie und verbessert so die Reichweite.

Hochleistungsregler unterstützen außerdem Selbstdiagnosefunktionen, darunter Übertemperaturschutz, Überstromschutz und Isolationsüberwachung, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Antriebssystem: Getriebe und Differential

Das mechanische Getriebe eines Elektrofahrzeugs ist einfacher aufgebaut als das eines konventionellen Fahrzeugs. Die übliche Konfiguration besteht aus einem einstufigen Untersetzungsgetriebe (einstufiges Untersetzungsgetriebe) in Kombination mit einem Differenzial, das die meisten Fahranforderungen erfüllt.

Reduzierstück (Untersetzungsgetriebe)

Da Elektromotoren hohe Drehzahlen und ein hohes Drehmoment liefern, sind Mehrganggetriebe im Allgemeinen unnötig. Das Untersetzungsgetriebe reduziert die hohe Drehzahl des Motors auf eine niedrige Drehzahl mit hohem Drehmoment, die für den Antrieb der Räder geeignet ist.

Zu seinen Vorteilen gehören:

  • Einfache Struktur, die die Systemzuverlässigkeit verbessert.
  • Geringere Wartungskosten.
  • Reduzierte Schaltstöße, dadurch bessere Laufruhe.

Einige Hochleistungs- oder Nutzfahrzeuge verfügen möglicherweise über Zweiganggetriebe oder elektronische Differenzialstrukturen, um die Effizienz und das Fahrerlebnis zu verbessern.

Differentiell

Das Differenzial ermöglicht es den linken und rechten Rädern, sich beim Wenden mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zu drehen, was die Fahrstabilität verbessert. Einige Elektrofahrzeuge verfügen zudem über elektronische Sperrdifferenziale (eLSD), die mithilfe elektronischer Steuerlogik die Zugkraftverteilung bei komplexen Straßenverhältnissen optimieren.

Bemerkenswert ist, dass durch die zunehmende Verbreitung integrierter Lösungen wie der Elektroachse (e-Axle), bei der Motor, Steuerung und Getriebe zu einer Einheit zusammengefasst sind, das Gesamtgewicht des Fahrzeugs deutlich reduziert und die Raumaufteilung optimiert wird. Dies stellt eine wichtige Entwicklung für die Plattformintegration im modernen Elektrofahrzeugdesign dar.

Motor Controller

Zukünftige Trends und Entwicklungsrichtungen von Elektrofahrzeugantrieben

Mit der rasanten Entwicklung der Elektrofahrzeugbranche entwickeln sich auch die Antriebsstränge von Elektrofahrzeugen in Richtung höherer Integration, höherer Effizienz und niedrigerer Kosten:

Hohe Integration: 3-in-1 / 5-in-1 Antriebssysteme

Die tiefe Integration von Motor, Steuerung und Getriebe bildet eine „3-in-1“-Antriebseinheit. Die weitere Integration mit Wechselrichtern, DC-DC-Wandlern und Ladegeräten führt zu „5-in-1“- oder sogar „7-in-1“-Systemen. Diese reduzieren den Verkabelungsaufwand, sparen Platz und senken die Montagekosten und dienen als wichtige Grundlage für leichte und modulare Fahrzeugplattformen.

Hochspannungsplattformen: Beschleunigte Einführung von 800-V-Systemen

Im Vergleich zu herkömmlichen 400-V-Plattformen reduzieren 800-V-Hochspannungssysteme Strom- und Energieverluste deutlich und verkürzen die Schnellladezeiten erheblich. So erreicht beispielsweise der Porsche Taycan auf einer 100-V-Plattform in nur 5 Minuten Ladezeit eine Reichweite von 800 km – ein wichtiges Merkmal für High-End-Elektrofahrzeuge.

Verbesserte Leistungshalbleiter: Anwendung der SiC-Technologie

Siliziumkarbid-Bauelemente (SiC) ersetzen nach und nach herkömmliche siliziumbasierte IGBTs in Wechselrichtern, DC/DC-Wandlern und Ladegeräten. Sie bieten einen höheren elektrischen Wirkungsgrad und geringere Wärmeverluste und unterstützen Hochspannungssysteme und Plattformen mit großer Reichweite.

Softwaredefinierte Antriebsstränge

Durch OTA-Updates, virtuelle Sensoren und KI-Vorhersagealgorithmen können Motorreaktion, Energierückgewinnung und adaptives Tuning intelligent gesteuert werden, wodurch das Fahrerlebnis mit Elektrofahrzeugen dem von Fahrzeugen mit herkömmlichem Verbrennungsmotor näher kommt oder es sogar übertrifft.

Da Intelligenz und Elektrifizierung immer stärker verschmelzen, werden zukünftige Elektrofahrzeugantriebe nicht mehr bloße Hardwarekombinationen sein, sondern hochintelligente, koordinierte Systemtechnik.

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